Zum Tod von Giuseppe Colangelo: Große Trauer bei cultgenuss.eu

Giuseppe Colangelo, Buchautor, Journalist, Dozent, Filmkritiker und Essayist ist am vergangenen Freitag, dem 7. November, im Alter von 67 Jahren überraschend gestorben. Ein Herzinfarkt hat ihn zuhause in Mailand aus dem Leben gerissen. Er hinterlässt seine Frau und eine Tochter.

Sein Tod ist ein großer Verlust für das europäische Projekt cultgenuss.eu,mdas er lange leidenschaftlich begleitet hat.

Als Sohn italienischer Einwanderer aus Lukanien (Basilikata) in Argentinien geboren, hat sich Giuseppe Colangelo in seinem literarischen Schaffen stets jenem Landstrich verschrieben, in dem er seine Wurzeln hatte. Er war ein langjähriger Freund des cultgenuss Gründers Fausto Castellini und einer der Hauptakteure der Veranstaltungsreihe 2018 / 2019. Im Rahmen dieser Veranstaltungen präsentierte er am 8. Oktober 2018 in der Kölner Zentralbibliothek und am 30. Januar 2019 in der Wiener Bücherei Philadelphiabrücke seine letzten drei Romane: La freccia di mezzanotte, Creta rossa (Literaturpreis: Carlo Levi 2015) und La muta del serpente, die zusammen die Trilogia dell’Alto Materano (Matera-Trilogie) bilden.

Wie kaum ein anderer verkörperte Giuseppe Colangelo durch seine große intellektuelle Offenheit und kulturelle Bildung den Geist unseres europäischen Projekts, das auf Begegnung und Dialog zwischen den Menschen und Kulturen beruht. Er glaubte an ein Europa der Menschen, was ihn dazu bewog, am Entstehungsprozess einer neuen Veranstaltungsreihe von cultgenuss.eu mitzuwirken, die dem Thema „Würde“ gewidmet ist. So hat sich Giuseppe gerade in diesen Zeiten der sozialen Distanz immer stärker den Inhalten dieses neuen Projektes genähert, dessen Werte und Ziele auch seine eigenen waren.

Mit Giuseppe Colangelo hat uns nicht nur ein großer Freund verlassen, sondern wir haben auch einen Ansprechpartner für den weiteren Ausbau der kulturellen Beziehungen zwischen den europäischen Regionen verloren.

Wir von cultgenuss.eu haben nun die Aufgabe, ihn nicht zu vergessen. Und um sein Andenken zu ehren gibt es keinen besseren Weg, als den europäischen Dialog weiter zu verfolgen.

Wie wohl ist mir‘s, daß mein Herz die simple harmlose Wonne des Menschen fühlen kann, der ein Krauthaupt auf seinem Tisch bringt, das es selbst gezogen, und nun nicht den Kohl allein, sondern all die guten Tage, den schönen Morgen, da er ihn pflanzte, die lieblichen Abende, da er ihn begoß, und da er an dem fortschreitenden Wachsthume seine Freude hatte, alle in einem Augenblick wieder mit geniest.
Johann Wolfgang von Goethe, Die Leiden des jungen Werther (1774)
Wo kein Dialog ist, ist keine Zukunft
Ernährung ist Dialog und Dialog ist Kultur
Ernährung ist Dialog und Dialog ist Kultur
Wo kein Dialog ist, ist keine Zukunft